Funken - 05.03.2006

Der Funken im winterlichen Kleid

Wir hatten uns zugegebenermaßen das Ganze einfacher vorgestellt. Was da an der Aulendorfer Straße an Technik vom Ü-Wagen über die Beleuchtung und Lautsprecher bis zu den Kamerateams samt 40-köpfigem Personal aufgeboten wurde,war fast schon beängstigend. „Bei Direktübertragungen darf man nichts dem Zufall überlassen und muß alles doppelt absichern“ so der Regisseur.

Und wir, die wir uns wieder mal mit Wetten und Unkenrufen zu befassen hatten, das unser schneebedeckter Funken heute wohl nicht brennen werde, fiel das eine und andere Mal das Herz in die Hose, weil wir plötzlich in die Rollen von Schauspielern schlüpfen mussten.

Endlich der Countdown um 18:45 Uhr: Abgesehen von einer kurzen Phase, als oben bei der Hexe die dicke Schneedecke abschmolz und ein Zischen hörbar wurde, stieben die hellen Funken durch den frischen Abendwind himmelwärts. Durch den schneebedeckten Boden war selbst die Hitze erträglich und Sonja Schrecklein war in ihrem Element. Wir hatten keine andere Wahl als zu folgen. Was dann bei der Sendung auch über die unterschiedlichen Bräuche beim Winteraustreiben herrüberkam, war auch für uns erstaunlich.

Allein hätten wir das nicht geschafft. Es war ein schönes Erlebnis, wie die Mochenwanger Vereine, vom Musikverein über die Feuerwehr, das DRK und Technisches Hilfswerk und dem Sportverein wieder zusammen halfen. Spontan hatten sich am Sonntag weitere freiwillige Helfer eingefunden, die an den Essensständen oder beim Befestigen der Schneedecke mit Hand anlegten. Es hatte sich wieder einmal gezeigt, zu welcher Leistung auch die Mochenwanger fähig sind, wenn sie gefordert werden. Den spontanen Einsatz von Bauhofchef Hubert Aicher und Josef Wiggenhauser in Sachen Schneeräumung und Absperrungen wollen wir nicht vergessen.

Uneigennützig der Einsatz der Firma Andreas Würstle mit Hebebühne und Drehleiter und einmal mehr von Elmar Geiger als Tonexperte. Was hat er sich nicht wieder alles einfallen lassen, konstruiert und aufgebaut, um bei der Übertragung auf alles gefasst zu sein.

Nicht zu vergessen sind wieder die Landwirte, der Familien Hermann Müller vom Kögelhof, Fritz Rimmele und Herbert Schnetz, Ihnen allen, auch den Ungenannten großes Lob, Dank und Anerkennung für dieses vorbildliche bürgerschaftliche Engagement.

Das sich wieder einige Anwohner durch unsere Aktion belästigt fühlten, tut uns Leid. Wir bitten auf diesem Weg um Nachsicht und danken allen, die uns über eine Woche klaglos ertragen haben.

Bei so viel Hilfe können wir auch den Wermutstropfen des im Vergleich zu früheren Jahren etwas dürftigen Besuchs leichter verschmerzen. Um so mehr freuten wir uns über die vielen Kinder, die mit ihren Eltern samt Lampions oder Fackeln ein herrlich buntes Bild im Fernsehen abgaben und sich die „verzogenen“ Funken-Küchle der Oma Gindele schmecken ließen.

Sicher haben Auswärtige wegen des Schnees von einer Fahrt im PKW lieber abgesehen und mancher hat sich eben die Sendung lieber direkt im Fernseher angeschaut. Dennoch schöpfen auch wir unsere Motivation von der Anerkennung durch Beifall, zumal gerade heute beträchliche Unkosten auf uns zukamen.

Forsetzung: Funken 2006 - Teil 1

Ein paar Funkenbauer mit Sonja Schrecklein
(SWR- Moderatorin) am 5.3.2006